Gott schenkt sich uns - Kreuzkirche Lüneburg

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Gott schenkt sich uns

Die Kreuzkirche > Vision
24.12.18, Heilig Abend

Liebe Gemeinde!
Weihnachten heißt doch: Gott schenkte sich uns Erdenbewohnern, indem er im Stall zu Bethlehem Mensch wurde. Mein Zugang zum Weihnachtsfest ist heute die Frage: Wenn Sie eine flammende Rede halten müssten, warum Weihnachten auf keinen Fall abgeschafft werden darf, was würden sie sagen? Überlegen Sie einmal parallel Ihre Antwort, während ich meine gebe.
Meine Rede beginnt damit, dass ich sage: Gott schenkt sich uns heute immer noch. Weihnachten ist nicht nur Ereignis von vor 2.000 Jahren, sondern Gott wird Mensch in uns. Wie das geschieht, dazu sage ich gleich mehr. Zunächst aber einmal - es heißt ja, eine flammende Rede zu halten: Es ist doch eigentlich eine ganz außergewöhnliche und eine ganz wunderbare Nachricht, sagen zu können „Gott schenkt sich heut immer noch“. Ob wir das wissen oder nur ahnen oder ob uns das sogar unbewusst ist, jedenfalls: Wir spiegeln doch wider, dass Gott sich schenkt, indem wir an Weihnachten einander Geschenke überreichen! Freude über ein Geschenk... oder über mehrere Geschenke... Freude ist bei uns dann groß, wenn wir fühlen: Ein Geschenk kommt genau richtig, es ist etwas, das wir sehr gut gebrauchen können … wie etwa ein Buch zum richtigen Thema, das uns sehr interessiert. Ein stilvolles Kleidungstück, das wir gerne tragen. Zurück zu Gott: Wenn er sich schenkt, ist das ein passsendes Geschenk für uns, über das wir uns freuen?
Ich gehe davon aus, dass wir jetzt - jede und jeder von uns - ganz unterschiedliche Antworten auf diese Frage geben können und auch geben werden, ob wir uns denn freuen über das Geschenk, das Gott uns macht.
Einige unter uns werden vielleicht sagen: Gott ist mir so fern, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, dass er sich mir schenkt, dass er da ist in mir. Ich finde das auch nicht bedeutungsvoll. Ich lebe mein Leben, so gut ich es kann, habe Erfolg oder auch Misserfolg, so wie halt viele eben, aber für meinen persönlichen Horizont brauche ich keinen Gott. Ich selbst komme mit meinen Gaben klar, so gut ich es kann, und andere müssen es auch. Dazu gehört kein göttlicher Beistand und darum ist bei mir auch keine Freude vorhanden über die Ansage, dass Gott sich mir schenken will. Ich bin also derjenige oder diejenige, die keine flammende Rede für das Weihnachtsfest halten kann; obwohl ich dankbar dafür bin, diese freien Festtage für mich und meine Lieben zu haben.
 
Andere werden vielleicht unter uns sagen: Ich bin hin- und hergerissen, ob es einen Gott gibt oder nicht und ob er für mich und mein Leben eine Bedeutung haben kann. Aber ich bin hier, weil ich mit den schönen Weihnachtsliedern spüre, dass Wunderbares geschehen kann, so wie es im Stall zu Bethlehem geschah. Ich bin darum offen dafür, dass etwas Wunderbares in meinem Leben geschehen könnte, indem ich wahrnehmen würde: Gott ist da für mich. Ich könnte aber jetzt auch keine flammende Rede halten für das Weihnachtsfest, außer dass ich sage: Diese Weihnachtstage sind so stimmungsvoll, dass sie meine eigene Hoffnung und Erwartung nähren. Aber ich rechne jetzt nicht damit, dass eine Gottesbegegnung mein Leben verändern würde.
Dann gibt es einige unter uns, die meinen: Der Zuspruch, dass Gott sich uns schenkt auch heut noch, ist für mich täglich wichtig. Und darum liebe ich grade das Weihnachtsfest. Gott ist mir tagtäglich so nahe, ist in mir, ist über mir, unter mir, neben mir, als passte kein Blatt zwischen uns. Aber ich selbst lebe nicht so achtsam und aufmerksam, dass ich Gottes Nähe immer wahrnehme. Also nicht Gott ist mir fern, sondern im Alltag passiert es, dass ich ihm fern bin. Und darum ist es eine wunderbare Zusage, dass Gott sich mir schenken will, immer wieder neu, unabhängig davon, ob ich ihm jetzt selbst nah bin oder nicht. Weihnachten ist ein wunderbares Fest, weil es mir für die kommenden Tage des Jahres die Zuversicht gibt: Gott ist da in mir, Gott ist mit seinem Geist in meinem Geist gegenwärtig und ich lebe damit nicht nur aus mir, sondern auch aus ihm.
Ich habe nun drei Reaktionen, drei mögliche Reaktionen unter uns angesprochen, liebe Gemeinde. Und ob die Zusage, dass Gott sich schenken will, auch heute noch eine gute Nachricht ist für uns oder ob die Nachricht belanglos ist, das hängt doch daran: Wollen wir unser Leben spirituell ausrichten oder nicht? Finden wir es wichtig, eine religiöse Dimension in unserem Leben zu entdecken, die uns inspiriert und trägt? Oder halten wir sie für nichtssagend?
Vielleicht sind Sie heute Abend hier, weil Sie erwarten oder weil Sie hoffen oder weil Sie sich überraschen lassen möchten, ob wenigstens das Weihnachtsfest dazu beitragen kann, diese Frage zu klären, ob ein religiös-spirituelles Leben bedeutungsvoll sein kann oder nichtssagend ist. Ich kann hierzu aus christlicher Sicht, aber auch aus buddhistischer Sicht sagen: Wir können nur herausfinden, ob Spiritualität für uns wichtig ist, also ob eine Beziehung zu Gott wichtig ist, wenn wir Erfahrungen sammeln; und diese Sammlung von Erfahrung beginnt damit, dass wir bereit sind, ein nicht spirituelles Leben aufzugeben. Ich fand beim Buchautor Adyashanti einen kurzen Text, der wunderschön beschreibt, was in einem religiös ausgerichteten Leben passiert. Adyashanti ist ein amerikanischer Buddhist, der nach 10,15 Jahren buddhistischer Praxis mit dem Buddhismus in die Krise kam, sich dann christlichen Mystikern, christlich Meditierenden der vergangenen  Jahrhunderte, zuwandte, ihre Schriften las und darüber neu zu einem eigenen spirituellen Weg fand als Buddhist; und ich kann dazu sagen aufgrund der Lektüre seines Buches, dass er ein Gott vertrauender oder Jesus bewundernder Buddhist geworden ist. Er schreibt nun:
„Ich denke, viele Menschen, die sich engagiert ihrer spirituellen Reise widmen, hatten Momente, in denen sie sich gefragt haben: 'Oh je, worauf habe ich mich da eingelassen? Was habe ich getan?' Am Beginn der Reise fühlt es sich so an, als würden Sie Gott nachjagen, und das ist etwas, das Sie verstehen können. Aber an irgendeinem Punkt, wenn Sie Gott lange und ernsthaft verfolgt haben, dreht sich alles um, und es fühlt sich an, als würde Gott Ihnen nachjagen. Und sobald Gott Sie verfolgt, erkennen Sie, dass die Herrschaft über Ihr Leben nicht länger in der Hand Ihres Egos liegt. Eine andere Kraft bestimmt jetzt Ihre spirituelle Reise, und Ihr Leben hat einer neuen, transformierenden Kraft Platz gemacht, der Kraft des Geistes und des Feuers. Und Geist und Feuer sind … unberechenbar – Sie können sie nicht kontrollieren.“ (Adyashanti: Jesus, der Zenmeister. S. 173)
Ich selbst würde nicht die Formulierung wählen, dass Gott mich verfolgt. Die Weihnachtsgeschichte zeigt ja gerade das Gegenteil, dass Gott verfolgt wird. König Herodes lässt alle Knaben im Alter des Christkindes und bis zu drei Jahren ermorden in Bethlehem. Josef kann mit Maria und dem Kind gerade noch vorher nach Ägypten flüchten. Ich möchte bei der Formulierung bleiben, „Gott schenkt sich mir, GOTT WILL IN MIR DA SEIN“. In Adyashantis Wort „verfolgen“ steckt sicherlich noch der Aspekt, dass Gott sich schenkt und dass er dann in meinem Leben etwas verändert. Aber das ist ja gerade etwas, das ich oder das vielleicht auch Sie erwarten, wenn es zu einer Gottesbegegnung kommt. Sonst wäre ja tatsächlich ein spirituelles Leben nichtssagend, unbedeutend, langweilig. Gott schenkt sich mir, ohne dass ich dafür eine Würdigkeit oder eine Verdienstleistung aufweisen müsste. Unabhängig davon, ob ich Mitarbeiter in der Kirche bin oder nicht, ob ich Mitglied in der Kirche bin oder nicht, ohne dass ich zuvor eine bewusste Lebensentscheidung für ihn getroffen und ihm mein Leben übergeben hätte. Ohne dies ..., ohne das ..., weil ich nichts dazutun muss. Es ist ja ein Geschenk! Was aber sehr hilfreich sein kann, ist, dass ich immer wieder von Zeit zu Zeit still werde, damit ich ihn nicht in meinem geräuschvollen Leben überhöre und am Ende vorwurfsvoll sage, „Du, Gott, hast mich nie gewollt. Du hast nie an meine Herzenstür geklopft“!
Was sich in meinem Leben verändert, wenn Gott mir begegnet, wenn er sich mir schenkt, das ist: Ich werde dafür offen, dass ich nicht selbst ständig die Aufsicht führen muss, dass ich nicht selbst ständig für mich sorgen muss, sondern ich vertraue darauf: Es genügt bei meiner verantwortlichen Planung, bewusst den Moment zu leben – von Moment zu Moment. Und vieles von dem, was ich brauche und mir wünsche, wird mir geschenkt werden. Ich mache immer wieder die Erfahrung, nicht jedes Mal, aber immer wieder, dass in beruflicher Situation, in der ich sehr viel Druck spüre, weil viel zu tun ist, in der ich mir also Sorgen mache, ob ich meine Arbeit schaffe, ...ich erfahre in solchen Situationen, dass der vertrauensvolle Impuls in mir aufsteigt, „dir wird das Wesentliche geschenkt werden“ … und es geschieht. Ich lese zufällig in einem Buch und finde in diesem Buch einen Abschnitt, der mir unverhofft bei der Predigtvorbereitung weiterhilft. Ich treffe eine Mitarbeiterin in unserer Gemeinde, wir kommen ins Gespräch. Sie merkt, dass meine Zeit knapp ist und sagt: „Lass das los, ich übernehme das für dich“. Nicht jedes Mal, wenn ich in Druck bin und mich sorge, aber eben oft mache ich diese Erfahrung. Und mit diesen Erfahrungen stärkt sich mein Vertrauen, ich bekomme geschenkt, was ich brauche. Vielleicht kennen auch Sie solche Erfahrungen in Ihrem Beruf oder im häuslichen Zusammenhang, wo viele Aufgaben auf Sie warten. Viel wird Ihnen geschenkt. Es kommt auf Sie zu. Sie müssen nicht ständig selbst die Aufsicht führen und alleine leisten, was zu tun ist. Solche Erfahrungen motivieren einen, dass ein spirituelles Bewusstsein wirklich zu leben hilft, dass es weiterbringt, dass es öffnet für Erfahrungen, die man sonst gar nicht machen würde.
Ich möchte Ihnen noch zwei weitere Beispiele erzählen, was uns geschenkt wird durch Gott. Und komme danach dann zum Schluss. Damit Sie sich aber weiter im Geist frisch fühlen, lassen Sie uns singen: 
"Alle Jahre wieder"
Foto: T.Stych

Was sich in meinem Leben ändert, wenn Gott sich mir schenkt und mit seinem Geist in meinem Geist wirkt, ist: Meine Ego-Kraft, mein Ego-Wille tritt zurück, wie Adyashanti schreibt. Das ist ein fortwährender Prozess in meinem Leben, kein plötzliches Ereignis, als würde ein Hebel umgelegt werden. Aber ein wahrnehmbarer Prozess. Eine spürbare Entwicklung in meinem Selbst. Christus sagt: „Du kannt nicht zwei Herren dienen.“ Also, damit meint er z.B.: Du kannst nicht deinem Ego dienen und zugleich Gott. Oder anders formuliert: Du willst nicht zugleich deinem Ego dienen und der Liebe. Buddha sagt das ganz ähnlich. „Wenn du auf deinem Weg umkehrst und zu erwachen beginnst, dann wird es dir ein Bedürfnis sein, weniger anzuhaften. Dann wird es dir ein Bedürfnis sein, nicht dein Ego sprechen zu lassen, sondern liebende Güte fließen zu lassen.“ Wenn Gott sich mir schenkt und mit seinem Geist in meinem Geist wirkt, dann finde ich aus der Ich-Fixierung heraus. Diese Ich-Fixierung will haben, will anhaften an persönlichen Wünschen, seien es nun materielle Dinge, die ich gerne hätte, oder Lebensträume, die ich gerne verwirklichen würde, ohne sie vorher geprüft zu haben, ob sie mir wirklich guttun. Stattdessen lerne ich es zu erkennen, wenn ich mich an einer Idee oder einem Wunsch festbeiße, und ich lerne, in mich hineinzuhorchen, was ich wirklich brauche und was ich wirklich tun will. Wofür ich wirklich stehen will. Menschen können dann an dem, was ich sage und was ich tue, ablesen, wofür ich stehe. Clara Maria Bagus bringt in ihrem Roman „Vom Mann, der auszog, den Frühling zu suchen“ diesen Zusammenhang auf den Punkt: Nämlich dadurch, dass ein Müller in seiner Mühle diesen Mann fragt: 'Könnte jemand aus deinen Handlungen schließen, was dir wichtig ist? Und wenn du achtsam betrachtest, womit du dich tagtäglich befasst, könntest du deine Lebensführung weiterempfehlen?' Der Mann aus dem Roman kann seine Lebensweise nicht weiterempfehlen und der Müller kommentiert: „Das eigene Leben nicht weiterempfehlen zu können, ist eine traurige Bilanz“. Ich glaube, ein spirituelles Leben zu führen, hebt diese traurige Bilanz auf, weil, wenn Gott sich mir schenkt und mit seinem Geist in meinem Geist wirkt, dann lebe ich inspiriert und andere werden an meinem Leben erkennen können, wofür ich stehe. Vielleicht werde ich nicht mein Leben anderen weiterempfehlen aus Bescheidenheit heraus, aber ich fühle, dass mein Leben erfüllt ist.
Letztes Beispiel: Was sich in meinem Leben ändert, wenn Gott sich mir schenkt und mit seinem Geist in meinem Geist gegenwärtig ist, macht sich auch so bemerkbar: Ich wünsche, dass mein Lebensentwurf mein eigener ist.  Clara Maria Bagus lässt den Mann in ihrem Roman sagen, der den Frühling sucht: „Nun betrachte ich mein Leben und stelle fest, dass es der Lebensentwurf anderer ist“.  Es geht schnell und in Kindheit und Jugend fast unmerklich, dass aus meinem Lebensentwurf einer wird, der ein Lebensentwurf anderer ist. Eventuell kennen Sie das auch: Zu Hause war es vielleicht schwierig, weil Ihre Eltern sich nicht verstanden oder weil sie sich in materiellen Nöten befanden. Die Stimmung zu Hause war oft gereizt, und Sie haben als Kind und Jugendlicher – unbewusst sicherlich – … Sie haben sich entschieden, die Situation zu retten und Ihr Leben einzusetzen für das Leben Ihrer Eltern, damit Ruhe und Zufriedenheit in's Elternhaus einkehren. So wurde aus Ihrem Lebensentwurf der Lebensentwurf Ihrer Eltern, dass Sie Ihre Eltern beschenken wollten, indem Sie alles für sie taten, damit eine bessere Atmosphäre zu Hause herrscht. Und im Rückblick haben Sie irgendwann bemerkt: Mein Lebensentwurf ist eigentlich nicht mein eigener. Er ist ganz stark von den Schwierigkeiten meiner Eltern mitbestimmt und ich habe für sie zu leben begonnen, damit es mir einigermaßen erträglich geht. Sofern Sie solche oder ähnliche Erfahrungen gemacht haben, hat es dazu geführt, dass Sie an einem bestimmten Punkt in Ihrem Leben merkten, als Sie Ihr Leben Revue passieren ließen: Mein Lebensentwurf ist der Lebensentwurf anderer.
Gott geht mit seiner Menschwerdung im Christuskind seinen eigenen Weg und am erwachsenen Christus können wir sogar ablesen, dass Gott in Christus entschieden seinen eigenen Weg geht. Und so ist es noch heute! Mein Leben verändert sich, wenn Gott sich mir schenkt und mit seinem Geist in meinem Geist lebendig ist. Entweder lebe ich schon meinen eigenen Lebensentwurf und kann diesen vertiefen, weil Gottes Geist meinen Geist darin bestärkt. Oder ich erkenne, dass mein Lebensentwurf bisher der Lebensentwurf anderer war und ich fühle mich durch Gottes Geist ermuntert und ermutigt, umzuschwenken und zu leben, was mein Geist, mein Herz, meine Seele mir sagen. Und so verdanke ich einer spirituellen Sicht auf das Leben, auf mein Leben, dass ich Schritt um Schritt selbst lebe und nicht gelebt werde. Damit befinde ich mich auf einem Weg, der tief in meinem Inneren angelegt ist. Ich werde Schritt um Schritt mehr zu dem, der ich eigentlich bin und wie Gott mich gewollt hat. Darum lässt Clara Maria Bagus den Müller zu dem Mann sagen, der den Frühling sucht: „Unter den faden Kleidern, die dir das Leben angezogen hat, kannst du immer noch den finden, der du sein willst. Geh, und mache dich auf die Suche“! Christus sagt, „Wer sucht, der wird finden“. Wer sucht, der wird finden, ganz gleich wie alt er oder sie ist: ob 16, 36, 56, 86. Das Wunderbare am spirituellen Weg ist, dass er zu jeder Zeit betreten werden kann. Es gibt kein „zu spät“, denn Gott schenkt sich ohne Voraussetzung und zu jeder Zeit. Und ganz besonders zu Weihnachten kann uns dies sehr bewusst werden.
Meine flammende Rede für das Weihnachtsfest zielt also auf mein, zielt auf unser vertieftes Leben, das uns ganz erfüllt. Ich glaube, durch eine religiös-spirituelle Sichtweise, auf einem spirituellen Weg komme ich mir selbst sehr viel näher, als wenn ich so lebe, wie ich einfach denke, wie ich also von meiner Herkunft her erzogen bin. Und ich komme all denen sehr viel näher, die mir begegnen im beruflichen Leben, im privaten Leben. Warum? Weil Gott sich mir schenkt und meine Ego-Kraft und meinen Ego-Willen durchdringt und mich empfänglich macht für meine wahren Bedürfnisse und die wahren Bedürfnisse derer, mit denen ich zu tun habe.
Vielleicht haben Sie parallel zu meinen Worten Ihre Antwort gefunden, was Sie sagen würden, warum das Weihnachtsfest für Sie wichtig ist oder was Sie daran begeistert. Oder Sie sagen jetzt immer noch - und das ist völlig in Ordnung -: „Ich kann mit dem Weihnachtsfest nichts Richtiges anfangen“. Meine Worte und die Erfahrungen, die ich hier beschrieben habe, sollen Sie ja nicht manipulieren. Ich persönlich finde es immer wichtig, wenn ich in einem Gottesdienst bin, dass ich erwarten darf: Der- oder diejenige, die zu mir spricht, kann aufgrund eigener Erfahrung sagen, wie das Leben eine sinnvolle Tiefe und Weite erlangt. Das Weihnachtsfest steuert zu dieser Frage bei: Gott schenkt sich mir, Gott schenkt sich dir und ist mit seinem Geist in unserem Geist gegenwärtig. Lassen wir ihn in uns wirken. Lassen wir uns durch ihn beschenken und beschenken wir andere. Amen!
 
 
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